Literaturfest-Kuratorin Dana Grigorcea
Dana Grigorcea, 1979 in Bukarest geboren, lebt als schweizerisch-rumänische Schriftstellerin und Philologin in Zürich.

Seit ihrem literarischen Debüt im Jahr 2011 wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit der Schweizer Literaturperle sowie dem 3sat-Preis im Rahmen des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs. Sie schreibt auf Deutsch, arbeitet zwischen Sprachen, Kulturen und Perspektiven - und bewegt sich dabei selbstverständlich zwischen Film, Journalismus und Literatur. Ihre Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Im Jahr 2023 erhielt sie den rumänischen Kulturverdienstorden im Range eines Ritters.
Neben ihren Romanen verfasst sie Essays und Reportagen, die unter anderem in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Neuen Zürcher Zeitung erscheinen.
Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Schriftsteller und Verleger Perikles Monioudis, betreibt sie den Literatur- und Sachbuchverlag Telegramme. Ihr jüngster Roman „Tanzende Frau, blauer Hahn“ erzählt davon, wie ein historischer Moment bis in die Intimität des Privaten hineinwirkt.
Freiheit ist für Dana Grigorcea kein abstrakter Begriff, sondern etwas, das sich im eigenen Leben immer wieder neu formt.

Sie war zehn Jahre alt, als 1989 in Rumänien die Revolution begann. Ein Moment, der sich eingeprägt hat: Ferien mit der Familie in einem Künstlerdorf in den Karpaten, die Nachricht vom Sturz des Diktators, Menschen, die den Hügel hinauf- und hinunterlaufen, schreien, lachen, ein Feuer entzünden, erzählen. Freiheit nicht als Idee, sondern als persönliche Erfahrung.
Diese Erfahrung zieht sich durch ihr Schreiben.
Es geht um Verschiebungen zwischen Herkunft und Gegenwart, zwischen persönlicher Erinnerung und gesellschaftlichem Zusammenhang. Um die Frage, wie sich das eigene Erzählen zu dem verhält, was bereits erzählt wird.
Dass sie in diesem Jahr als Kuratorin das Literaturfest München unter das Thema „Freiheit“ stellt, ist deshalb kein programmatischer Zufall, sondern eine konsequente Fortsetzung ihres eigenen Denkens und Schreibens. Dana Grigorcea lädt uns alle ein, Freiheit nicht festzuschreiben , sondern sie nuanciert zu denken, immer neu zu entwickeln und zu feiern.
„Filuca gab mir ihr Glas und schenkte Sirup aus einem offenen Krug ein. Und ich werde nie vergessen: Sie goss das Getränk durch ein kleines Metallsieb, worin ein schwarzer Satz hängen blieb, der glänzte und sich regte und bald schon aufgelockert abhob, hinauf in alle Richtungen. Es waren kleine Fruchtfliegen, wieder zum Leben erweckt.“
Ein kurzer Abschnitt aus ihrem neuen Roman, mit dem Dana Grigorcea aktuell auf Lesereise ist. Termine und Stationen finden sich online.







